Press Release

Studie ergibt positive Klimabilanz für den Lang-Lkw [German]

Date:
06/10/2017

Leinfelden-Echterdingen, 5. Oktober 2017 - Im Auftrag des Landes Baden-Württemberg und der Daimler AG haben die Prognos AG und die thinkstep AG den Einsatz und die Klimaeffekte von Lang-Lkw umfassend untersucht. Diese Lastkraftwagen dürfen mit 25,25 m länger sein als herkömmliche Lastkraftwagen, haben aber die gleiche Gewichtsbegrenzung wie die konventionelle Variante (40 t zulässiges Gesamtgewicht, bzw. 44 t im kombinierten Güterverkehr). Die Ergebnisse der Studie zeigen, dass der Einsatz solcher Fahrzeuge nur für den Transport von vergleichsweise leichten beziehungsweise voluminösen Gütern sinnvoll ist, sowohl wirtschaftlich als auch aus Sicht des Klimaschutzes. Aufgrund des größeren Ladevolumens von Lang-Lkw ersetzt solch ein Fahrzeug beim Transport dieser Güter bei gleicher Ladungsdichte etwa 1,5 konventionelle Lkw und verbraucht dabei Transportleistungsbezogen, dies bedeutet je Tonnenkilometer oder Palettenstellplatz zirka 15 Prozent weniger Kraftstoff.

thinkstep

Untersucht wurden dabei drei Aspekte. Die konkret mit Lang-Lkw durchgeführten Werksverkehren der Daimler AG, die derzeit in Deutschland realistisch auf Lang-Lkw zu verlagernden Transporte sowie die im Jahr 2030 voraussichtlich auf Lang-Lkw eingesetzten Transporte. Eine wesentliche Rahmenbedingung für diese Untersuchung ist dabei das für Lang-Lkw freigegebene Straßennetz. Während derzeit nur ausgewählte Strecken in Deutschland freigegebenen sind, das sogenannte Positivnetz, wird für 2030 eine generelle Freigabe für das gesamte Bundesfernstraßennetz angenommen. Untersucht wurden darüber hinaus noch eventuelle Verlagerungseffekte von der Bahn auf den Lang Lkw. Diese sind in geringem Umfang zu erwarten.

Die damit verbunden zusätzlichen Treibhausgas-(THG)-Emissionen fallen im Vergleich zu der voraussichtlich erzielbaren Emissionsreduktion durch die Verlagerung von konventionellen Lkw auf Lang-Lkw wesentlich geringer aus (zirka 1 Prozent der ermittelten Emissionseinsparung). Während bei den einzelnen verlagerten Fahrten in 2030 bis zu 20 Prozent THG Emissionen eingespart werden können, fallen die Einsparung bezogen auf den gesamten Straßengüterverkehr mit unter 1 Prozent eher gering aus. Die ergibt sich im Wesentlichen aufgrund der ermittelten Gütermengen, die vor dem Hintergrund des zulässigen Fahrzeuggesamtgewichts heute beziehungsweise in 2030 voraussichtlich auf den Lang-Lkw verlagert werden.

thinkstep war im Projekt für die Erstellung der Klimabilanz verantwortlich. Hierzu wurden neben der Kraftstoffbereitstellung inkl. Biokraftstoffanteil spezifische Verbrauchsfunktionen für konventionelle Lkw und Lang-Lkw ermittelt, die zum einen den heutigen Stand der Technik sowie den Szenariohorizont  2030 abbilden. Für den Schienengüterverkehr wurden analog der heutige und in 2030 zu erwartende Bahnstrommix sowie die jeweiligen Energieverbrauchsfunktionen bilanziert. Die Prognos AG war für die Ermittlung der verlagerten beziehungsweise voraussichtlich verlagerten Warenströme je Gutart und je Landkreis zuständig. Details zur Studie finden Sie hier.